ARNOLD & PARTNER - Finanz- und Versicherungsmakler

Wochenrückblick 30. März - 3. April 2020

Kein Corona mehr ...von Stephan Heibel
...gemeint ist das mexikanische Bier: Die Produktion wurde eingestellt. In ganz Mexiko wurden nicht systemrelevante Aktivitäten eingestellt, so beispielsweise der Betrieb von Goldminen, aber auch die Bierproduktion. Ich nehme an, dass nun über die Systemrelevanz von Gold und Bier diskutiert wird.

Am besten hat es ein alter Weggefährte von mir zusammengefasst: "Ich kümmere mich um die Probleme der Kunden, ihre Logistik der nächsten 2-4 Wochen zu sichern, sowie um unsere Liquidität. Langfristig kümmere ich mich um die Arbeitsplätze meiner Mitarbeiter. Alle anderen Themen interessieren mich derzeit nicht", teilte mir diese Tage Claus Rütten, Geschäftsführer einer großen Schweizer Bahnspedition, am Telefon mit. Nicht mehr Kerosin für die Flugzeuge der Tourismusbranche, sondern Ethanol für die Herstellung von Desinfektionsmittel, werden derzeit nonstop über Sondergleise durch Europa gefahren.

Erinnern Sie sich noch an die Meldung vom 24. März, 6 Millionen Schutzmasken seien der Bundeswehr abhanden gekommen? An einem Flughafen in Kenia seien sie "spurlos" verschwunden, beklagte sich die Bundeswehr. Gestern las ich nun, dass die USA auf einem Rollfeld in China eine für Frankreich vorbereitete Lieferung durch Zahlung des dreifachen Preises in die USA umgeleitet hätten. Gestern Abend hat nun Donald Trump das US-Unternehmen 3M mit einem Kriegsgesetz dazu verpflichtet, produzierte Atemschutzmasken nur an die USA zu liefern. Auslöser war eine Charge, die von 3M in Singapur für ein asiatisches Land produziert und ausgeliefert wurde. Soviel zum Thema Solidarität der USA mit dem Rest der Welt.

***Nachtrag*** Soeben lese ich, dass 200.000 Masken, die von 3M in China für Berlin produziert wurden, in Bangkok durch die USA abgefangen und in die USA umgeleitet wurden. Da braut sich nun ein handfester, internationaler Konflikt zusammen. ***

A propos Donald Trump und Solidarität: es streiten sich zwei Ölgiganten, Saudi Arabien und Russland, und in Folge dessen droht die Ölindustrie der USA zu kollabieren. Da greift der Donald dann zum Telefon und überzeugt seinen Freund MBS (Abkürzung für den saudischen Kronprinzen), die Produktion des Landes um 10 Mio. Fässer pro Tag zu reduzieren. Der Ölpreis ist gestern um 30% nach oben geschossen, der größte Tagesgewinn der Geschichte.

Russland hat eine solche Zusage inzwischen dementiert ... verstehe ich, Trump hat ja auch mit MBS und nicht Putin gesprochen. MBS hat sich jedoch noch nicht geäußert, es bleibt spannend.

Setzen wir das Ganze mal in Relation: Täglich verbraucht die Welt ca. 100 Mio. Fässer Öl. Durch die OPEC werden täglich rund 30 Mio. Fässer Öl für den Export produziert. Wenn nun Saudi Arabien, großes OPEC-Ölland, die Produktion um 10 Mio. Fässer am Tag reduziert, ist das durchaus nennenswert.

Allerdings wurde ebenfalls gestern Abend bekannt, dass die weltweite Nachfrage nach Öl in den vergangenen Wochen auf inzwischen nur noch 70 Mio. Fässer eingebrochen ist: Flieger bleiben am Boden, Autos fahren kaum mehr. Dieser Konsumrückgang kann nicht durch gestiegene Heiztätigkeiten der Haushalte aufgefangen werden. Im Gegenteil, Büros werden im Gegenzug weniger beheizt.

Es sei daran erinnert, dass ein niedriger Ölpreis für Deutschland vorteilhaft ist, weil wir Öl überwiegend als Einsatzstoff einkaufen. In den USA hingegen wird Öl produziert und verkauft, daher ist dort ein niedriger Ölpreis schlecht für das BIP. Viele Ölproduzenten sind zudem hoch verschuldet und können ihre Kredite nicht mehr bedienen, wenn der Ölpreis die Produktionskosten nicht mehr deckt.

Während der Ölpreis auf dem Weltmarkt unter 20 USD/Fass gerutscht war, fiel dieser Preiseinbruch in den USA noch dramatischer aus, zuletzt notierte dort das Öl bei 10 USD/Fass. In Kanada ging es sogar auf 4 USD/Fass zurück. Hätte Trump nichts unternommen, wären irgendwann negative Ölpreise eine Option geworden: Ein Einstellen der Produktion ist teilweise teurer als das Verschenken des produzierten Öls.

Verkehrte Welt. Wie soll ich mir da mit meiner volkswirtschaftlichen Ausbildung ein Bild machen? Damals wurde uns noch beigebracht, man müsse für Geld arbeiten. Heute bekommt man Geld dafür, nicht zu arbeiten. Doch dieses geschenkte Geld, auch Helikoptergeld genannt, möchten also Ölkonzerne vielleicht bald gar nicht mehr haben, wenn man ihnen die Last der Aufbewahrung des Öls abnimmt?

Genug der Anekdoten: Hoffen wir, dass die Quarantänemaßnahmen bei uns die Ausbreitung des Coronavirus in gewünschtem Ausmaß eindämmen und wir schon bald bessere medizinische Rahmenbedingungen haben.

Vor 6 Wochen notierte der DAX zum Wochenschluss noch bei 13.579 Punkten, bis heute hat er 30% abgegeben. Es ist der schnellste 30%-Verlust, den es jemals gab. Der S&P 500 brauchte gerade einmal 22 Tage dafür. Das war sogar schneller als die 23 Tage im Jahr 1934, die 24 Tage im Jahr 1931 und die 31 Tage im Jahr 1929. Sie sehen schon: Ein Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise 1929/1930 ist durchaus angebracht. Dann sind da noch die Phasen mit 30%-Einbrüchen im Jahr 1931, nochmal 1931, 1930, 1939, 1938 und 1940: 9x in einer Zeit, in der es keine "Uptick-Rule" gab. Eine Regel, die im Falle eines Ausverkaufs die Geschwindigkeit automatisch reduziert, damit Anleger reagieren können und eine Chance haben, ein vernünftiges Kursniveau zu errechnen.

Seit Einführung der Uptick-Rule im Jahr 1938 und deren Umsetzung in den Folgejahren gab es heftige Ausverkäufe wesentlich seltener: 1987 durch automatische Stopp-Loss Orders, 2000 und 2002 durch das Platzen der Internetblase, 2007 im Rahmen der Finanzkrise, sowie 1968 und 1973 im Umfeld der Währungskrisen, als der Goldstandard abgeschafft wurde. Ich würde mal sagen, die Uptick-Rule ist erfolgreich gewesen: 9x innerhalb von 11 Jahren gab es 30%-Crashs, anschließend nur noch 6x bis 2007, also innerhalb von 67 Jahren. Ich fürchte, wir werden noch eine Reihe von 30%-Crashs erleben, bevor diese Regel wieder eingesetzt wird. Präsident Bush hat sie 2007 ausgesetzt.

Ich habe mir eine Übersicht erstellt, welche Branchen und welche Aktien im Rahmen des aktuellen 30%-Crashs besonders gelitten haben, und wo sich Gewinner zeigten.

Die Verlierer der vergangenen Wochen sind Automobilwerte, insbesondere Zulieferer, die Logistikbranche, insbesondere Flugzeugbauer, sowie Finanzinstitute, vorzugsweise die Banken. Aber auch Immobilienaktien wurden abgestraft und auch Rohstoffkonzerne.

Verhältnismäßig gut segelten die Unternehmen aus der Gesundheitsbranche durch die Krise, ebenfalls die Tech-Unternehmen. Aber auch der Einzelhandel, Versorger und Industrieunternehmen konnten teilweise besser abschneiden als der Rest. Die Chemiebranche sowie Marketingunternehmen pendelnden sich in der Mitte ein.

DRÄGERWERK IM ZENTRUM DES INTERESSES DANK COVID-19

Es überrascht niemanden, dass Unternehmen der Gesundheitsbranche in einer Viruskrise gefragt sind, denn die Krise kann nur durch diese Unternehmen beendet werden. Allen voran ist Drägerwerk mit einem Plus von 50%. Das Unternehmen produziert sowohl Schutzausrüstung wie Atemmasken, Schutzbrillen und Schutzanzüge als auch Beatmungsgeräte. Für einen Lungenvirus ist Dräger also genau das richtige Unternehmen, in das Anleger investieren wollen.

Doch die Aktie war zwischenzeitlich bereits um 100% angesprungen und hat die Hälfte ihres Gewinns schon wieder abgegeben. Damit sieht die Aktie für mich so aus, als seien dort zu viele Spekulanten unterwegs. Spekulanten kümmern sich nicht um ein vernünftiges Bewertungsniveau, sondern sie sollen nur eine kurzfristige Welle mitreiten. Die Reaktion der Drägerwerk-Aktie ist nicht nur aufgrund der medizinischen Relevanz der Produkte des Unternehmens so heftig gewesen, sondern auch weil der Großteil der Aktien in Familienhand liegt. Nur 15% der Aktien des mit 600 Mio. Euro bewerteten Unternehmens befinden sich im Streubesitz, also nur Aktien im Wert von 90 Mio. sind frei handelbar.

Bei 100 Euro war die Aktie für meinen Geschmack zu teuer, wie sieht es heute bei 81 Euro aus? Das KGV 2020e steht bei 31, der Umsatz soll im laufenden Jahr um gerade mal 4% anwachsen. Das Unternehmen hat auf seiner Webseite bereits mitgeteilt, dass die inländische Produktion von Beatmungsgeräten für die Behandlung von Covid-19 bereits um 50% erhöht wurde. Die Produktion von Gesichtsmasken und anderer Schutzkleidung, die überwiegend im Ausland produziert wird, wurde sogar verdoppelt. Der Preis wurde nicht verändert, es gelte die im Herbst 2019 aufgestellte Preisliste - trotz explodierter Nachfrage.

Ich gehe davon aus, dass Drägerwerk hier seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird. Die Ausweitung der Produktion, ohne Zusatzkosten auf die Kunden abzuwälzen, wird vielleicht für einen Umsatzschub sorgen, meiner Einschätzung nach nicht aber für einen Gewinnschub.

Mittel- und langfristig werden weltweit wohl mehr Beatmungsgeräte und Schutzkleidung nachgefragt und für solche Pandemien vorgehalten werden. Das dürfte dem Geschäft von Drägerwerk nachhaltig gut tun. Entsprechend ist durchaus verständlich, dass die Aktie angesprungen ist. Die Gewinnmarge von Drägerwerk ist sehr eng. Es ist gut möglich, dass im Nachgang dieser Krise der gesamte Gesundheitssektor eine andere Wertschätzung erfährt und dadurch die Margen ansteigen können. Derzeit werden die 2,8 Mrd. Euro Jahresumsatz mit einer Marktkapitalisierung von nur 600 Mio. Euro belegt, ein KUV von nur 0,2 (1-2 gilt als normal). Diese niedrige Bewertung liegt an der dünnen Gewinnmarge, mit dem das Unternehmen agiert.

Diese Betrachtungsweise zeigt, dass die Aktie durchaus Potential hat. Doch es fehlt mir die Dynamik im Management, mit der die Chancen der Krise für langfristiges Wachstum genutzt werden.

SHOP APOTHEKE MIT UMSATZSPRUNG IM LAUFENDEN JAHR

Heute früh hat die Shop Apotheke aus Venlo, nah der holländischen Grenze, die eigene Wachstumsprognose auf 33% angehoben. Analysten waren bislang von 22% Umsatzwachstum ausgegangen. Social Distancing führt zu mehr Online-Bestellungen, wie wir schon bei einer Reihe von Onlinehändlern gesehen haben. Für das Jahr 2022 ist für Deutschland ein E-Rezept angekündigt. Das würde dem Geschäft der online-Apotheke weiter in die Hände spielen. Kunden, die in dieser Krise den Weg auf das Online-Portal der Shop-Apotheke gefunden haben, werden teilweise nach der Krise bei diesem Beschaffungsweg für ihre Medikamente bleiben. Die Aktie ist bereits um 35% angesprungen.

Die Shop Apotheke ist ein Startup, das in Wachstum investiert. Gewinne gibt es keine, die Verschuldung steigt von Jahr zu Jahr, um Marktanteile zu gewinnen. 860 Mio. Euro Jahresumsatz werden mit einer ebenso hohen Marktkapitalisierung bewertet, ein KUV von 1. Mit 33% Umsatzwachstum und einer negativen Gewinnmarge erfüllt die Shop Apotheke derzeit nicht die Rule 40, demzufolge die Summe beider Ziffern über 40 liegen sollte. Leider wurde in der heutigen Prognoseanhebung nichts über die Gewinnmarge gesagt.

HITLISTE

Hier die Hitliste der 7 Gewinner im Vergleich zum 21. Februar:
50% Drägerwerk
35% Shop Apotheke
28% TeamViewer
20% HelloFresh
13% Zooplus
8% Qiagen
5% Rhön Klinikum

Warum sind keine Versorger unter den Gewinnern? Nun, bei einem verordneten Wirtschaftskoma müssen alle Unternehmen erst einmal ihre Liquidität sichern. Da wird es nur sehr wenige Unternehmen geben, die ihre Dividende tatsächlich ausschütten werden. Und Versorger sind "Dividendenaktien", die in dieser speziellen Krise ihrem Ruf wohl nicht vollumfänglich gerecht werden können. Somit sind sie parallel zum Markt ebenfalls ausverkauft worden und dienen nicht als sicherer Hafen. Schade.

Und das sind die 13 Verlierer mit mehr als -50%:
-62% Ceconomy
-62% Airbus
-61% MS Industries
-61% Bilfinger
-59% MTU Aero Engines
-57% Dt. Pfandbriefbank
-56% Dt. Euroshop
-56% Amadeus Fire
-54% TLG Immobilien
-53% Leoni
-52% Commerzbank
-52% Aareal Bank
-51% Aroundtown

Airbus springt ins Auge: Sind die nicht auf 10 Jahre ausgebucht? Ist da eine solche Krise nicht lediglich eine Möglichkeit, die Bestelllisten neu zu sortieren? Bei 10 Jahren Wartezeit können ein paar Wochen Produktionsausfall doch nicht so dramatisch sein, oder?

In den USA und in Europa ist der Luftverkehr um 80-90% eingebrochen: Lediglich Frachtflieger sind noch unterwegs. Viele Kunden von Airbus, die Fluggesellschaften, kämpfen ums Überleben. Um es mit dem Ausspruch meines eingangs zitierten Freundes zu sagen: die Fluggesellschaften kümmern sich jetzt vermutlich um die kommenden 2-4 Wochen, um ihre Liquidität und um ihre Mitarbeiter. Investitionen in die Zukunft, wie der Kauf von neuen Fliegern, werden jetzt erst einmal auf Eis gelegt. Ich fürchte, die eine oder andere Fluggesellschaft wird verstaatlicht werden. Und in einem solchen Umfeld werden die alten Flieger lieber etwas länger gewartet, als dass man sich neue Flieger leistet. Ich bin gespannt, was von der Warteliste von Airbus, genau wie bei Boeing, nach diesem Sommer übrig geblieben ist.

Wer von Ihnen jedoch glaubt, dass in zwei Jahren wieder genauso viel geflogen wird wie heute, der kann sich ausrechnen, dass heute stornierte Flieger im Zweifel von jemand anderem gekauft und dann betrieben werden. Airbus halte ich für eine interessante Spekulation. Für MTU Aero sieht es in meinen Augen ähnlich aus.

Dann sind da noch die Banken: Dt. Pfandbriefbank, Commerzbank und die Aareal Bank. Sie dürfen Kredite vergeben und werden bei Kreditausfällen von Vater Staat zu einem großen Teil aufgefangen. Fraglich ist, zu welchem Preis: Verstaatlichung? Hier fehlen mir noch Details. Je nachdem, wie Olaf Scholz dieses Hilfsprogramm ausgestaltet, könnte auch hier der Ausverkauf übertrieben sein.

Leoni und MS Industries aus der Automobilbranche sehe ich hingegen viel kritischer: Da wurden schon in den vergangenen Quartalen Autos produziert, die eigentlich keiner mehr haben möchte. Viele Autokäufer warten darauf, dass endlich brauchbare Elektroautos verfügbar gemacht werden. Da ist die aktuelle Krise nur eine willkommene Gelegenheit für die Autobauer, ihre Altlast mit staatlicher Hilfe zu entsorgen. Mal sehen, ob man die Politik dazu überreden kann. Ich habe schon wieder den Begriff "Abwrackprämie" durchs Netz geistern sehen.

Immobilienaktien schaue ich mir nicht näher an. Der Immobiliensektor ist ein nachlaufender Sektor, wird die Folgen der Krise also erst später voll zu spüren bekommen.

Bleibt Amadeus Fire, der Personalvermittler, der es in einer erwarteten Rezession sicherlich schwer haben wird.

Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

 
INDIZES 2.4.20 Woche Δ Σ '20 Δ
Dow Jones 21.061  -3,7% -26,5%
DAX 9.526  -1,1% -28,1%
Nikkei 17.820  -8,1% -24,7%
Shanghai A  2.897  -0,3% -9,1%
Euro/US-Dollar 1,08 -2,5% -3,6%
Euro/Yen 117,15 -2,1% -4,2%
10-Jahres-US-Anleihe 0,58% -0,17 -1,35
Umlaufrendite Dt -0,45% -0,01 -0,22
Feinunze Gold $1.614  -0,8% 6,7%
Fass Brent Öl $32,91  33,6% -52,2%
Kupfer 4.821  1,0% -22,4%
Baltic Dry Shipping 624  9,7% -42,8%
Bitcoin 6.801  1,0% -6,7%



Es war 1993, ich befand mich mitten im Studium und nahm all meinen Mut zusammen und fragte, wie das westliche System mit Leitzinsen von über 4% überhaupt noch funktionieren könne, während in Japan die Wirtschaft mit 0% Zinsen stimuliert wurde. Mein Assi antworte nur: forschen Sie lieber mal nach, warum das japanische System noch funktioniert.

Heute fällt mir die Antwort leicht: Ein niedriges Zinsniveau stimuliert nicht die Wirtschaft, sondern zementiert falsche Strukturen. Ohne die schöpferische Zerstörung, die Peter Schumpeter als essentiell für die Wirtschaft einfordert, wird es keine strukturellen Verbesserungen geben.

Seit damals sind nun 27 Jahre vergangen und in Japan steht der Leitzins noch immer bei 0%. Der Hoffnung, dass der Rest der Welt Japan mit ordentlichen Wachstumsraten aus dem Sumpf ziehen könnte, kann heute nun ebenfalls endgültig eine Absage erteilt werden. Nach Europa hat sich nun auch in den USA bewiesen, dass der drogenabhängige Junkie - Tschuldigung - die liquiditätsabhängige Wirtschaft nicht von der Spritze los kommt.

In Japan gab es in dieser Woche so etwas wie eine Erkenntnis, dass die Hilfsprogramme einmal mehr Schlimmeres verhindern, aber nichts verbessern. Inzwischen fehlt noch eine Theorie, wie man aus der 27-jährigen Nullzinsphase herauskommen könnte. Entsprechend ist der Nikkei diese Woche dramatisch eingebrochen.

Die anderen Aktienmärkte sind noch nicht soweit, berechtigte Hoffnung auf eine schnelle Lösung der Gesundheitskrise hält die Aktienkurse auf stabilem Niveau. Mal sehen, wie lange noch. Schauen wir mal, was wir aus der aktuellen Anlegerstimmung ablesen können.

Disclaimer: Der Wochenrückblick wurde von Stephan Heibel verfasst, Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes, den Sie unter www.heibel-ticker.de kostenfrei und unverbindlich beziehen können.

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