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Ärger mit der Autobatterie

Die meisten Kfz-Pannen werden durch schwächelnde oder defekte Autobatterien verursacht. Wer mit einem Starthilfekabel das Pannenauto überbrücken will, um ihn zu starten, sollte jedoch einiges beachten, anderenfalls könnte es gefährlich werden.

(verpd) Gerade bei Kälte kann die Leistung einer bereits schwächelnden Batterie so niedrig sein, dass man damit ein Auto nicht mehr starten kann. Mit einem Starthilfekabel und einem zweiten Pkw lässt sich dieses Problem oftmals beheben. Bei der falschen Vorgehensweise kann es jedoch zu Schäden am Auto oder auch zu Verletzungen bei den umstehenden Personen kommen.

Eine Autobatterie hat nach Angaben von Kfz-Experten wie dem Automobilclub ADAC nur eine begrenzte Nutzungsdauer von in der Regel vier bis fünf Jahren. Zudem kann die Leistungsfähigkeit des Stromspenders durch extreme Kälte sowie einen vermehrten Stromverbrauch mit gleichzeitig geringer Aufladung, zum Beispiel durch Kurzstreckenfahrten mit angeschaltetem Licht sowie Sitz- und Heckscheibenheizung rasch abnehmen.

Laut ADAC sind rund vier von zehn Autopannen einer schwächelnden oder defekten Batterie geschuldet. Damit ist die Autobatterie die häufigste Ursache für Kfz-Pannen. Wer dem vorbeugen will, sollte die Kfz-Batterie, sofern sie älter als vier Jahre alt ist oder der Motor nicht sofort anspringt, in einer Kfz-Werkstatt überprüfen lassen. Eine defekte Batterie kann nämlich nicht nur dazu führen, dass das Auto nicht anspringt, sondern sie kann auch die Kfz-Elektronik selbst während der Fahrt erheblich stören, sodass beispielsweise die elektronische Lenk- und Bremsunterstützung ausfällt.

Risiko durch falsches Überbrücken

Springt ein Wagen wegen einer zu schwachen Batterie nicht an, kann jedoch auch ein Laie versuchen, mithilfe eines Starterkabels und eines zweiten funktionierenden Pkws durch ein Überbrücken an den Batterien das Pannenauto wieder zu starten. Zum Überbrücken werden beide Batterien mit dem Starthilfekabel an den passenden Polen und in der richtigen Reihenfolge miteinander verbunden.

Fehler beim Überbrücken können dagegen zu einem hohen Kurzschlussstrom oder zu Funken und infolgedessen zu einer Knallgasexplosion und damit zu einem hohen Verletzungsrisiko bei den umstehenden Personen, aber auch zu Elektronikschäden an den betreffenden Pkws führen.

Für ein fehlerfreies Überbrücken ist es wichtig, dass die Nennspannung der Batterie des Pannenfahrzeugs und des Autos, das zum Überbrücken verwendet werden soll, gleich sind. Die meisten Pkws verfügen über eine Autobatterie mit einer Nennspannung von zwölf Volt, sodass eine Übertragung von Auto zu Auto in der Regel kein Problem darstellt. Die meisten Lkws sind dagegen mit einer 24-Volt-Batterie ausgestattet.

Das passende Starterhilfekabel

Des Weiteren ist es wichtig, dass das Starthilfekabel der DIN-Norm 72553 beziehungsweise ISO-Norm 6722 entspricht. Zudem sollten die Polzangen am Ende der Kabel mit Kunststoff geschützt sein, um einen Kurzschluss oder eine unbeabsichtigte Berührung zu verhindern. Wichtig ist zudem, dass der Kabeldurchschnitt für den Stromdurchfluss ausreichend groß ist. Laut Kfz-Experten reicht beim Überbrücken von zwei Autos mit kleinen Benzinmotoren in aller Regel ein Kabel mit einem Leitungsquerschnitt von 16 Millimetern aus.

Hat ein Auto einen Benzinmotor ab 2.000 Kubikzentimeter Hubraum oder handelt es sich um einen Dieselmotor, sollte das verwendete Kabel mindestens einen Kabelquerschnitt von 25 Millimetern haben. Bei Automodellen mit besonders hohem Hubraum werden sogar 35 Millimeter als Kabeldurchschnitt beim Starterkabel empfohlen. Prinzipiell gilt: Ein Starterkabel mit großem Leitungsquerschnitt kann problemlos auch für Autos mit kleineren Motoren eingesetzt werden.

Zum Überbrücken sind die Autos so zu platzieren, dass sie mithilfe der Starterkabel verbunden werden können. Dann ist auch beim funktionierenden Auto der Motor beziehungsweise die Zündung abzuschalten. Grundsätzlich sollten zum Überbrücken alle elektrischen Verbraucher wie Lüftung, Radio, Licht, Sitz- oder Heckscheibenheizung bei beiden Autos ausgeschaltet sein.

Richtig überbrücken

Nun zur richtigen Reihenfolgen und den passenden Polen beim Überbrücken: Als Erstes werden die beiden Pluspole der Autobatterien mit dem roten Kabel miteinander verbunden. Danach wird das schwarze Kabel mit dem Minuspol der Batterie des funktionierenden Autos verbunden. Die andere schwarze Kabelklemme wird mit einem Massepunkt am Pannenauto – also nicht mit dessen Batterie – verbunden, anderenfalls könnte es nämlich zu einer Knallgasentzündung kommen. Als Massepunkt kann beispielsweise ein unlackiertes Metallteil am Motorblock des Pannenautos dienen.

Bei den meisten Pkws wird in der Betriebsanleitung angegeben, wo sich der ideale Massepunkt befindet. Sind beide Fahrzeuge verkabelt, ist zu prüfen, dass die Kabel weder den Ventilator noch einen Keil- oder Zahnriemen berühren. Erst dann ist zuerst der Motor des Spenderfahrzeugs anzulassen, um danach zu versuchen, das Pannenfahrzeug zu starten. Springt der Wagen nach wenigen Sekunden nicht an, sollte man eine Minute warten und den nächsten Versuch starten.

Der Motor des funktionierenden Autos bleibt dabei ständig an, damit sich an der Batterie des Pannenfahrzeugs wieder Spannung aufbauen kann. Lässt sich der Motor des Pannenfahrzeugs starten, sollte an diesem Fahrzeug ein Stromverbraucher wie Licht, Heckscheibe oder Lüftung eingeschaltet werden, bevor man die Überbrückungskabel entfernt. Damit lassen sich gefährliche Spannungsspitzen beim Entfernen des Starthilfekabels vermeiden, welche die Bordelektronik beschädigen können.

Wenn das Auto wieder läuft

Das Abklemmen des Starterkabels erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie das Anklemmen. Zunächst wird also das schwarze Kabel vom Massepunkt des Pannenfahrzeugs und dann von der Batterie des Stromspenders entfernt. Anschließend wird das rote Kabel bei beiden Fahrzeugen abgeklemmt.

Nach dem Abklemmen der Kabel kann der Motor des Spenderfahrzeugs abgestellt werden. Beim Pannen-Pkw sollte dagegen der Motor weiterlaufen, aber der nach dem geglückten Start angeschaltete Stromverbraucher ausgeschaltet werden.

Bevor man den Motor des Pannenfahrzeugs wieder ausmachen kann, ist es wichtig, direkt nach dem Überbrücken eine längere Zeit zu fahren, um die Batterie zu laden. Während dieser Fahrt sollten so wenig Stromverbraucher wie möglich laufen. Detaillierte Sicherheitstipps mit Bildern zum Überbrücken enthält der Webauftritt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.



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