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Regionen, in denen sich der Kfz-Versicherungsbeitrag ändert

Die Kfz-Versicherungsprämie hängt unter anderem von der Kfz-Schadenbilanz des Bezirks, in welchem das versicherte Auto zugelassen ist, ab. Nach einer aktuellen Statistik ändert sich aufgrund geänderter Schadenbilanzen bei jedem vierten Zulassungsbezirk der Kfz-Versicherungsbeitrag.

(verpd) Vor Kurzem hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bekannt gegeben, in welchen Zulassungsbezirken die Autofahrer mit Änderungen bei der Kfz-Versicherungsprämie rechnen müssen. Insgesamt werden in 96 der insgesamt 413 Zulassungsbezirke in Deutschland die Kfz-Versicherungsprämien aufgrund einer Schadenbilanzänderung in der jeweiligen Region günstiger oder teurer werden.

Jüngst hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) – wie jedes Jahr im Spätsommer – seine neue Regionalklassen-Statistik veröffentlicht. Dazu prüft ein unabhängiger Treuhänder den jährlichen Schadenverlauf jeder der 413 deutschen Zulassungsbezirke. Aufgrund dieser Ergebnisse erfolgt eine Neueinstufung in die Regionalklassen, die jeweils das regionale Schadenbild widerspiegeln. Neben anderen Kriterien richtet sich die Kfz-Prämie auch nach der jeweiligen Regionalklasse des Zulassungsbezirks, in dem das versicherte Kfz zugelassen ist.

Die Regionalklassen-Einstufung ist für die Kfz-Versicherer unverbindlich. In der Regel gelten die Änderungen für Neuverträge sofort nach Bekanntwerden sowie für bestehende Kfz-Policen ab der nächsten Hauptfälligkeit, also aktuell üblicherweise ab 1. Januar 2021. Insgesamt hat sich die Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung in jeweils 48 Zulassungsbezirken verbessert oder verschlechtert. Damit sinkt oder steigt auch die jeweilige Kfz-Versicherungsprämie der Fahrzeuge, die dort zugelassen sind. In allen anderen 317 Zulassungsbezirken gab es keine Schadenbilanzänderung.

Wenig Umstufungen

Im Detail gibt es aktuell zwölf unterschiedliche Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung, 16 für die Teilkasko- und neun für die Vollkaskoversicherung. Für die Schadenbilanz und entsprechend für die Regionalklassen-Einstufung für die Kfz-Haftpflichtversicherung spielen unter anderem das Fahrverhalten der Autofahrer, die Anzahl der zugelassenen Pkws und die örtlichen Straßenverhältnissen eine Rolle.

In der Regionalklassen-Einstufung für die Teil- und Vollkasko kommen zudem örtliche Besonderheiten wie etwa Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden oder Anzahl der Wildunfälle zum Tragen. Entscheidend ist dabei laut GDV nicht, wo ein Schaden entstanden ist, sondern in welchem Zulassungsbezirk der betroffene Pkw-Halter seinen Wohnsitz hat.

2021 gibt es wie in den Vorjahren nach GDV-Angaben laut der aktuellen Schadenbilanz nur vergleichsweise wenige Umstufungen bei den Regionalklassen.

Änderungen der Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung

In der Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt die Regionalklassen-Einstufung für 80 Prozent der insgesamt etwa 41,7 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherten Autofahrer unverändert. In den Vorjahren gab es vergleichsweise mehr Änderungen, hier blieb nur bei rund drei Viertel Pkw-Haltern die Regionalklassen-Einstufung gleich.

Von dem verbleibenden Fünftel, für das sich die Einstufung aktuell ändern wird, werden knapp die Hälfte und damit rund 4,5 Millionen versicherte Autos in eine bessere (niedrigere) Regionalklasse eingestuft. Die restlichen etwa 4,8 Millionen zugelassenen Pkws erhalten eine schlechtere (höhere) Regionalklasse. Dabei gilt, je niedriger die Regionalklasse, desto günstiger wirkt sich dies auf den Kfz-Versicherungsbeitrag aus. Aktuell wird nur einer der 413 Zulassungsbezirke um mehr als eine Regionalklasse umgestuft.

So fällt die neue Einstufung für den bayerischen Bezirk Schweinfurt Land mit der Kfz-Haftpflicht-Regionalklasse acht um zwei Regionalklassen schlechter aus als bisher. Bereits im Vorjahr war der Zulassungsbezirk um zwei Klassen hochgestuft worden. Angeführt vom Kreis Prignitz, im Vorjahr an dritter Stelle, werden 55 Bezirke in die niedrigste Regionalklasse eins eingruppiert. Weiterhin 13 Zulassungsbezirke werden in die höchste Klasse zwölf eingestuft, wobei erneut Berlin die schlechteste Schadenbilanz im Vergleich zu allen Zulassungsbezirken aufweist.

Nur wenige Umstufungen in den Kasko-Regionalklassen

In der Kaskoversicherung bleibt erneut für etwa fünf von sechs der knapp 30 Millionen Versicherten alles beim Alten. Knapp die Hälfte der verbleibenden Gebiete erhielt eine bessere Einstufung, gut die Hälfte eine schlechtere. Veränderungen um mehr als eine Regionalklasse gab es dabei, anders als in der Kfz-Haftpflicht, wiederum weder in der Voll- noch in der Teilkasko-Versicherung.

Die schlechteste Schadenbilanz im Vollkaskobereich hatte laut den GDV-Daten Berlin. Ebenfalls in die höchste Vollkasko-Regionalklasse neun eingruppiert werden die bayerischen Zulassungsbezirke Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Berchtesgadener Land und Ostallgäu.

Unverändert angeführt vom niedersächsischen Bezirk Wesermarsch in Brake liegen insgesamt 34 Gebiete in der niedrigsten Regionalklasse eins.

Einstufungen in Teilkasko

In der Teilkasko-Regionalklassen-Einstufung wird wiederum der bayerische Bezirk Ostallgäu als einzige Region in die Regionalklasse 14 eingestuft. Die Teilkasko-Regionalklassen 15 und 16 bleiben unbesetzt. Vergleichsweise schlechte Schadenbilanzen (jeweils Klasse 13) sind erneut auch in den vier bayerischen Zulassungsbezirken Rottal/Inn, Garmisch-Partenkirchen, Dingolfing/Landau und Passau (Land) zu beobachten.

Andererseits werden die drei bayerischen Bezirke Bamberg (Stadt), Erlangen und Würzburg (Stadt) sowie Münster in Nordrhein-Westfalen in die niedrigste Teilkasko-Regionalklasse eins eingestuft. Coburg (Stadt) schneidet mit Klasse zwei eine Stufe schlechter ab.

Die Einstufungen der einzelnen Regionalklassen können im GDV-Webportal abgefragt werden. Wie der GDV erläutert, „lässt sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen“, da es noch diverse weitere Tarifmerkmale gibt. Diese können sich von Versicherer zu Versicherer zum Teil erheblich unterscheiden.



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