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Warum die meisten zum Arzt gehen

Laut einer Datenanalyse einer gesetzlichen Krankenkasse sind rund 93 Prozent mindestens einmal im Jahr zum Arzt gegangen. Die häufigsten Ursachen für einen Arztbesuch sind geschlechts- und altersabhängig verschieden.

(verpd) Die am häufigsten gestellte Diagnose bei einem Arztbesuch ist Bluthochdruck. Dahinter folgen Rückenschmerzen, die ab der Altersgruppe ab 15 Jahren immer auf einem der vorderen Plätze landen. An dritter Stelle liegen Krebsvorsorge-Untersuchungen. Im klassischen Erwerbsalter zwischen 25 und 64 Jahren werden häufig auch psychische Erkrankungen diagnostiziert. Dies zeigt ein Datenreport einer gesetzlichen Krankenkasse.

Im Schnitt geht jeder Bürger hierzulande fast neun Mal pro Jahr zum Arzt. Insgesamt haben in 2017 rund 93 Prozent mindestens einmal eine ambulante ärztliche Versorgung in Anspruch genommen. Die durchschnittlichen Kosten für derartige Behandlungen liegen pro Person bei 572 Euro.

Zu diesen Ergebnissen kommt der jüngst veröffentlichte „Arztreport 2019“ der gesetzlichen Krankenkasse Barmer, eines Trägers der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Basis der Untersuchung sind die anonymisierten Daten der 9,27 Millionen Versicherten der Barmer; das sind mehr als zehn Prozent der Bevölkerung.

Jeder achte Versicherte sucht mehr als sechs Ärzte im Jahr auf

Diese Krankenversicherten kamen 2017 auf fast 87 Millionen Behandlungsfälle mit knapp 378 Millionen dokumentierten Diagnoseschlüsseln und rund 680 Millionen Abrechnungsziffern, heißt es in dem Report.

Wie der Report weiter zeigt, suchen die Patienten nicht nur einen behandelnden Doktor auf – im Schnitt besuchte jeder Versicherte im Berichtsjahr etwa 3,5 Arztpraxen. Fast 42 Prozent wurden bei vier oder mehr Medizinern beziehungsweise Arztpraxen vorstellig.

Bei über jedem neunten Versicherten wurden Leistungen von mehr als sechs unterschiedlichen Ärzten oder Arztpraxen abgerechnet, und immerhin 1,5 Prozent der Patienten suchten sogar mehr als zehn unterschiedliche Ärzte auf.

Die häufigsten Diagnosen

Ermittelt wurden im Rahmen des Reports ferner die Ursachen, warum Ärzte aufgesucht wurden. Die häufigste Diagnose, aufgegliedert nach der sogenannten „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD-10) war die essentielle (primäre) Hypertonie (I10), also Bluthochdruck. Bei über 28 Prozent der Patienten wurde mindestens einmal innerhalb des Jahres 2017 im Rahmen der ambulanten ärztlichen Versorgung eine entsprechende Diagnose dokumentiert.

Geschlechterspezifisch gab es hier keine auffälligen Abweichungen. Ganz anders sieht dies bei der bei Patienten am zweithäufigsten gestellten Diagnose aus, den Rückenschmerzen (Diagnoseschlüssel M54). Diese wurden deutlich häufiger bei Frauen mit einem Anteil von knapp 29 Prozent als bei Männern mit rund 22 Prozent festgestellt. Insgesamt lag der Anteil bei etwas über einem Viertel der Patienten, für die eine Diagnose bei ambulant-ärztlichen Behandlung erstellt wurde.

Auffällig ist zudem, dass die Diagnose Rückenschmerzen (M54) bei allen Patienten ab 15 Jahren anteilsmäßig hoch ist. Hiervon sind bereits bei den 15- bis 24-jährigen Patienten fast jeder neunte Mann und etwa jede siebte Frau betroffen. Der Anteil steigt mit zunehmendem Alter deutlich an – auf rund ein Drittel bei den Herren beziehungsweise auf etwa 40 Prozent bei den Damen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in den jüngeren Jahren etwas seltener Rückenschmerzen diagnostiziert, bei den Senioren hingegen etwas häufiger.

Krebsvorsorge geschlechtsspezifisch in verschiedenem Umfang

Auf Platz drei der häufigsten Diagnosen mit einem Patientenanteil von fast 22 Prozent liegen spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen (Krebsvorsorge-Untersuchung, Diagnoseschlüssel Z12). Der Diagnoseanteil lag bei den Frauen diesbezüglich bei fast 34 Prozent und bei Männern bei zehn Prozent. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Krebsvorsorge geschlechtsspezifisch in verschiedenem Umfang und Rhythmus von den Trägern der GKV übernommen werden. Eine Übersicht hierzu findet sich im Webauftritt des Bundesministeriums für Gesundheit.

Keinen nennenswerten Unterschied zwischen Frauen und Männern hatte die vierthäufigste Einzeldiagnose mit rund 21 Prozent Anteil bei den Patienten, nämlich akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege (J06).

Rang fünf belegen Akkommodationsstörungen und Refraktionsfehler wie Hornhautverkrümmung, Kurz- oder Weitsichtigkeit (H52) mit über 20 Prozent. Hier gab es wiederum einen geschlechtsspezifischen Unterschied, nämlich etwas über 23 Prozent der weiblichen und nicht ganz 18 Prozent der männlichen Patienten erhielten eine solche Diagnose. Auf Platz sechs der am häufigsten ambulant gestellten Diagnosen kommen Fettstoffwechsel-Störungen (E78) mit rund 19 Prozent – der Anteil war bei Männern und Frauen fast gleich.

Bluthochdruck wird ab dem mittleren Alter am häufigsten diagnostiziert

In dem Report werden die häufigsten Gründe für einen Arztbesuch auch nach Altersgruppen aufgelistet. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis vier Jahre, das sind rund vier Prozent der Bevölkerung, liegen Routine- beziehungsweise Früherkennungs-Untersuchungen und Impfungen (U1 bis U9) an der Spitze der erstellten Diagnosen. Diese wurden bei 86 Prozent der Patienten dieser Altersgruppe durchgeführt. Darüber hinaus war mehr als jeder Zweite aus dieser Generation von akuten Infektionen (J06) betroffen.

Diese Diagnose wurde bei den Kindern zwischen fünf und 14 Jahren (etwa neun Prozent Bevölkerungsanteil) mit einem Anteil von 30 Prozent sogar am häufigsten gestellt. An zweiter Stelle mit knapp 24 Prozent folgt bei dieser Altersgruppe der Diagnoseschlüssel H52, also Akkommodationsstörungen und Refraktionsfehler.

Zwischen dem 15. und dem 39. Lebensjahr kommen akute Infektionen (Diagnose J06) auf den größten Anteil beim männlichen Geschlecht. Bei den Damen sind es mit einem Anteil von rund zwei Dritteln kontrazeptive Maßnahmen, also Beratung und Maßnahmen zur Familienplanung wie Empfängnisverhütung (Z30). Ab dem 40. Lebensjahr liegt bei den Herren dann Bluthochdruck (I10) an der Spitze, bei den Frauen erst ab dem Alter 65. Bei diesen werden im Alter zwischen 40 und 64 Jahren am häufigsten spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen (Z12) durchgeführt.

Optimierter Schutz im Krankheitsfall

Die gesetzlichen Krankenkassen können zum größten Teil nur die Leistungen im ambulanten wie auch im stationären Bereich übernehmen, die gesetzlich als Regelleistungen im sogenannten Leistungskatalog vorgegeben sind. Privat Krankenversicherte genießen im Vergleich dazu je nach Vertragsgestaltung zahlreiche Vorteile.

Zu nennen sind hier unter anderem eine freie Arzt- und Krankenhauswahl, eine bessere Kostenerstattung für Medikamente, Zahnersatz und Heilmittel sowie die Übernahme von diversen Untersuchungen und Therapien, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen. Doch auch gesetzlich Krankenversicherte können mit einer privaten Krankenzusatz-Police ihren Versicherungsschutz im Krankheitsfall verbessern.

Je nach Vertragsvereinbarung hat man auch hier die freie Wahl zwischen Heilpraktikern oder Ärzten mit oder ohne Kassenzulassung und/oder eine Krankenhaus-Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung. Auch die Übernahme von Mehrkosten für Medikamente, höherwertigen Zahnersatz, Behandlungen und Hilfsmittel wie Brillen oder Hörgeräte, welche die gesetzliche Krankenkasse teilweise oder gar nicht zahlt, sind möglich.



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