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Weiterhin mehr Sterbefälle als Geburten

Wie den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zu entnehmen ist, kamen letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr weniger Babys auf die Welt. Erhöht hat sich in diesem Vergleichszeitraum jedoch die Anzahl der Verstorbenen.

(verpd) Die Geburtenanzahl war letztes Jahr im Vergleich zu den letzten 20 Jahren die zweithöchste nach 2016. Dennoch starben wie auch in den letzten 46 Jahren weit mehr Personen hierzulande als geboren wurden. Diese Tatsache und die steigende Lebenserwartung haben auch Auswirkungen auf die finanzielle Alterssicherung des Einzelnen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kamen hierzulande letztes Jahr über 758.252 Kinder auf die Welt. Das sind rund 0,9 Prozent weniger als noch 2016, damals waren es rund 792.141 Lebendgeborene. Im Vergleich zu allen Jahren seit 1997, hier waren es 812.173 Lebendgeborene, wurden damit in 2016 und 2017 jeweils die meisten Kinder pro Jahr geboren.

Die Zahl der Gestorbenen hat sich 2017 gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent von 910.902 auf 932.538 erhöht. Das ist sogar der höchste Stand seit 1983, damals starben 941.032 Menschen in Deutschland. Insgesamt sind somit letztes Jahr 147.286 Personen mehr gestorben als geboren wurden. Seit 46 Jahren, nämlich seit 1972, gibt es somit jedes Jahr mehr Sterbefälle als Lebendgeburten.

Die Alterung der Bevölkerung nimmt weiter zu

Deutschland hat, trotz der Zuwanderung vom Ausland, nicht zuletzt auch durch das Ungleichverhältnis zwischen Geburten und Sterbefällen sowie durch die weiterhin steigende Lebenserwartung ein Demografieproblem. Denn die zunehmende Alterung der Bevölkerung schreitet laut Experten weiter voran.

Nach Aussagen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ist „der Anteil der unter 20-Jährigen zwischen 1950 und 2016 von 30 auf 18 Prozent zurückgegangen und wird bis 2060 voraussichtlich auf 17 Prozent sinken. Das Altern der Bevölkerung bedeutet auch, dass Hochaltrigkeit zum Massenphänomen wird. 1950 war jeder hundertste Einwohner 80 Jahre und älter. Heute sind bereits sechs Prozent hochaltrig und der Anteil wird sich bis 2060 noch einmal verdoppeln.“

Aufgrund der höheren Zahl der Sterbefälle im Vergleich zu den Geburten, der steigenden Lebenserwartung und der geburtenstarken Jahrgänge, die im Laufe der nächsten 20 Jahre in Rente gehen, werden somit immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Rentner aufkommen.

Das Demografieproblem betrifft auch den Einzelnen

Wenn es keine Änderungen bei der gesetzlichen Rente in der bisherigen Form gibt, wird laut Experten das Nettorentenniveau der gesetzlichen Altersrente noch weiter sinken. Denn die Anzahl der Erwerbstätigen verringert sich im Vergleich zur Anzahl der Rentner immer weiter, das heißt immer weniger Erwerbstätige kommen für die Rente der steigenden Zahl an Rentenbezieher auf. Auch die Deutsche Rentenversicherung schreibt in ihrem Webportal: „In den kommenden Jahren wird sich die Anzahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu der Zahl der Beitragszahler weiter erhöhen.“

Derzeit liegt das Nettorentenniveau, also die gesetzliche Nettoaltersrente vor Steuern im Verhältnis zum bisherigen Nettogehalt eines sogenannten Standartrentners, der 45 Jahre lang einen Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller gesetzlich Rentenversicherten hatte, bei rund 48 Prozent. Bis 2030 kann das Nettorentenniveau laut der aktuellen gesetzlich vorgesehenen Grenze sogar auf 43 Prozent absinken, bevor der Gesetzgeber gegensteuern muss. Für die Zeit nach 2030 gibt es derzeit noch keine derartige gesetzliche Grenzwertregelung.

Für den Einzelnen ist es daher zusätzlich zur gesetzlichen Rente wichtig, frühzeitig für das Alter vorzusorgen. In welcher Höhe eine Vorsorge im individuellen Fall notwendig ist und welche individuell passenden Lösungen, die zum Teil auch mit Geldzulagen und Steuervergünstigungen staatlich gefördert werden, es diesbezüglich gibt, erfährt man durch eine Beratung beim Versicherungsfachmann.



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