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Welche Personengruppen häufiger von Armut betroffen sind

Wie aus einem aktuellen Armutsbericht hervorgeht, waren 2018 anteilig insgesamt etwas weniger von Armut betroffen als noch im Jahr zuvor. Anders bei den Rentenbeziehern, hier stieg der Anteil derjenigen, die als arm gelten, besonders stark.

(verpd) Immer noch galt 2018 rund jeder sechste Bürger hierzulande als arm. Allerdings ist der Anteil der Betroffenen zum ersten Mal nach drei Jahren leicht gesunken. Ein weiteres Ergebnis des jüngsten Armutsberichts des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist jedoch, dass  Rentenbezieher wie auch bestimmte andere Personengruppen ein erhöhtes Armutsrisiko haben.

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V. (Paritätischer Wohlfahrtsverband) hat einen Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland (Armutsbericht 2019) veröffentlicht. Basis waren die Daten des jährlichen Mikrozensus – einer Befragung von je rund einem Prozent der Haushalte – des Statistischen Bundesamtes für die Jahre 2008 bis 2018. Als von Armut betroffen gelten Personen, die in einem Haushalt leben, bei dem das Gesamtnettoeinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens (Median) aller Haushalte beträgt.

2018 lag diese Armuts(gefährdungs)-Schwelle laut dem Bericht beispielsweise für einen Single bei maximal 1.035 Euro monatlichem Haushaltsnettoeinkommen. Bei einem Alleinerziehenden mit einem Kind bis 14 Jahre belief sich die Armutsschwelle auf maximal 1.346 Euro, bei einem kinderlosen Ehepaar waren es 1.553 Euro und für ein Ehepaar mit zwei Kindern bis 14 Jahren waren es bis zu 2.174 Euro Haushaltseinkommen im Monat. Insgesamt waren laut dem Bericht in 2018 rund 15,5 Prozent der in Deutschland lebenden Gesamtbevölkerung armutsgefährdet.

Personengruppen mit einer höheren Armutsgefährdung

2017 lag die Armutsgefährdungsquote noch bei 15,8 Prozent – der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Insgesamt hat sich damit die Armutsquote in 2018 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1,9 Prozent reduziert. Das ist zudem der erste Rückgang seit drei Jahren. Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat sich der Anteil der Armen jedoch um 7,6 Prozent vergrößert. Im Jahr 2008 lagen nämlich noch 14,4 Prozent der Bürger unter der Armutsschwelle.

Der Bericht zeigt aber auch, dass bestimmte Personengruppen ein besonders hohes Armutsrisiko haben. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung war die Armutsquote in 2018 bei den Erwerbslosen mit 57,4 Prozent, bei Alleinerziehenden mit 41,5 Prozent, bei Singles mit 25,8 und bei Familien mit drei oder mehr Kindern mit 30,0 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Über dem Durchschnitt lag in 2018 auch die Armutsquote bei den Rentenbeziehern – sie betrug 16,1 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 14,7 Prozent und in 2008 sogar nur 12,1 Prozent. Damit gab es bei den Rentenbeziehern im Vergleich zu den anderen Bevölkerungsgruppen in den letzten zehn Jahren den höchsten Anstieg der Armutsquote, nämlich um 33,1 Prozent.

Dauerhafte finanzielle Sicherheit

Immer wieder sind bestimmte Lebensumstände und Ereignisse schuld daran, dass Bürger in finanzielle Schwierigkeiten geraten und unter die Armutsgrenze fallen. Solche Armutsfallen sind zum Beispiel langfristige Einkommenseinbußen aufgrund eines Jobverlustes oder einer Erwerbsunfähigkeit infolge eines Unfalles oder einer schweren Krankheit. Im Falle einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit müssen zum Beispiel Arbeitnehmer mindestens mit einem teilweisen und Selbstständige sogar mit einem kompletten Einkommensausfall rechnen.

Auch der Tod des Ehepartners oder eine zu niedrige Rente im Alter hat bei vielen zur Folge, dass ihr monatliches Einkommen unter der Armutsschwelle liegt. Die Versicherungswirtschaft bietet jedoch diverse Lösungen an, um sich gegen die finanziellen Folgen solcher Ereignisse abzusichern. Zu nennen ist hier beispielsweise die Erwerbs- oder auch Berufsunfähigkeits-Versicherung, die im Falle einer eintretenden Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit eine vereinbarte Rente auszahlt.

Man kann sich zudem mithilfe einer Lebens- und/oder einer Rentenversicherung ein finanzielles Polster für Notfälle und/oder für das Alter zulegen. Hauptverdiener können ihre Familie mit einer Risikolebens-Versicherung gegen die Einkommenseinbußen infolge des eigenen Todesfalles absichern. Für manche Altersvorsorgelösungen wie bei einer Riester- oder Rürup-Rentenversicherung sind unter bestimmten Voraussetzungen auch staatliche Zulagen und/oder Steuererleichterungen möglich. Ein Versicherungsexperte berät auf Wunsch, was im Einzelfall sinnvoll ist.



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