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Welche Risiken Unternehmen am meisten fürchten

Die Risikowahrnehmung von Unternehmen wandelt sich laut einer aktuellen Studie rasant. Zwischen der Gefahreneinschätzung in Deutschland und in anderen Ländern gibt es allerdings einige Unterschiede.

(verpd) Betriebsunterbrechungen sind in Deutschland aus Unternehmenssicht betrachtet die am meisten gefürchteten Risiken. Gleich dahinter folgen laut einer vor Kurzem durchgeführten Studie Cybervorfälle. Global betrachtet liegen die beiden vorgenannten Gefahren gemeinsam an der Spitze.

Bereits zum achten Mal hat ein global agierender Versicherer eine jährliche Umfrage durchgeführt, die zeigt, welche die größten Risiken aus Unternehmenssicht sind. Für die aktuelle Studie, die vor Kurzem veröffentlicht wurde, wurden Ende 2018 insgesamt 2.415 Risikomanager von Unternehmen und sonstige Experten zum Thema aus insgesamt 80 Ländern befragt. Insgesamt konnten die Befragten bis zu drei Risiken für bis zu zwei Industriesparten angegeben.

Die gefürchtetsten Unternehmensrisiken in Deutschland

Die Gefahrenrangliste in Deutschland hat sich im Vergleich zur letzten Umfrage aus der Studienreihe ab dem dritten Platz des Gefahrenrankings deutlich verändert. Bei den ersten beiden Spitzenplätzen war dagegen anders als im Vorjahr keine Veränderung zu beobachten. Hier findet sich erneut das Betriebsunterbrechungs-Risiko auf Platz eins wieder. Dieses Risiko fürchten fast die Hälfte der Befragten. Den ersten und zweiten Platz trennen beim Anteil aller Befragten, die diese Punkte als größte Risiken angegeben haben, nur vier Prozentpunkte.

Auf Platz zwei liegt wie im letzten Jahr die Gefahr von Cybervorfällen wie Cyberkriminalität, Systemausfall oder Verletzung der Datenschutzrechte. Cybervorfälle hatten vor fünf Jahren erstmals Einzug in die Top Ten der meist gefürchteten Geschäftsrisiken gehalten. 2017 hatten Cyberrisiken sogar Platz eins in der Risikorangliste deutscher Unternehmen eingenommen.

Deutlich präsenter auf der Gefährdungsagenda der deutschen Risikomanager steht aktuell auch das Risiko „rechtliche Veränderungen“. Dies dürfte laut Experten auf die finalen Brexit-Verhandlungen und den von US-Präsident Donald Trump initiierten multilateralen Handelskrieg zurückzuführen sein. Der Anteil der derjenigen, die dieses Risiko benannten, betrug knapp ein Drittel, letztes Jahr waren es noch knapp ein Viertel. Dadurch zog dieses Risiko auf die dritte Position. Am vierten Platz, letztes Jahr noch Platz drei, liegt die Gefahr durch Naturkatastrophen.

Neue Technologien als Risiko

Im Gegensatz dazu ist der Gefährdungsbereich „Neue Technologien“ – hierzu zählen etwa die Auswirkung der Vernetzung von Maschinen, Nanotechnologie, künstliche Intelligenz, 3-D-Druck, autonome Fahrzeuge und Blockchain – von dem siebten auf den fünften Platz aufgestiegen.

Rund jeder fünfte Befragte sieht darin eines der größten Gefahrenpotenziale. Bei der Befragung liegt das Risiko „Feuer und Explosion“ nur ein Prozentpunkt darunter, und hat damit den Platz sechs. Fast jeder Sechste fürchtet sich in der aktuellen und in der Vorjahresumfrage vor der Gefahr von Qualitätsmängeln, Serienfehlern und Produktrückrufen. Das ist in der aktuellen Umfrage damit Platz sieben.

Viele sehen dem Risiko „Marktentwicklungen“, dazu gehört Volatilität, verstärkter Wettbewerb oder stagnierende Märkte, aktuell gelassener entgegen als noch vor einem Jahr. Dieses Risiko ist nämlich vom sechsten auf den achten Platz nach unten gerutscht. Vor zwei Jahren war der Anteil im Risikobarometer dagegen noch weit mehr als doppelt so groß. Vor drei Jahren hatte diese Gefahr sogar noch an der Spitze gelegen.

Die globale Risikorangliste

Auch in der weltweiten Gefahrenhitparade landen Betriebsunterbrechungen auf dem Spitzenplatz, und zwar zum siebten Mal in Folge. Der Anteil derjenigen, die sich vor Cybervorfällen fürchten, liegt allerdings in der aktuellen Umfrage genauso hoch, sodass sich diese beiden Risiken den ersten und zweiten Platz bei der Gefahrenrankingliste teilen.

Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Naturkatastrophen, das Risiko aufgrund von rechtlichen Veränderungen sowie Sorgen um die Marktentwicklung. Dabei tauschten die beiden letztgenannten Gefahren im Vergleich zum Vorjahr die Plätze. Insgesamt gaben etwas über und knapp unter einem Viertel aller Befragten jeweils eines dieser Risiken bei der Befragung als wichtigste Gefahren an.

Die Risiken „Feuer und Explosion“ sowie „neue Technologien“ erhielten den gleichen Anteil der Nennungen bei der aktuellen Umfrage – fast jeder Siebte benannte je eines von beiden – und sie belegen damit die Plätze sechs und sieben. Die Angst vor dem Reputationsverlust folgt auf Platz acht.

Bedarfsgerechte Absicherungslösungen

Für die meisten Risiken, die eine existenziellen Bedrohung für ein Unternehmen sein können, bietet die Versicherungswirtschaft diverse Absicherungslösungen. Eine Inhalts-, Maschinen- oder auch eine Elektronikversicherung ersetzt beispielsweise durch Brand und andere versicherte Gefahren wie Sturm und Hagel verursachte Schäden am versicherten Inventar.

In sogenannten Elementarschaden-Versicherungen, die als Einzelpolice oder als Ergänzung zu einer anderen Geschäftsversicherung angeboten werden, lassen sich Schäden durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmung, Schneedruck und Erdrutsch versichern. Kommt es durch einen Brand oder andere versicherte Risiken zur Störung des Betriebsablaufs bis hin zum Betriebsstillstand, können die deswegen verursachten Ertragsausfälle durch eine Betriebsunterbrechungs- oder auch Ertragsausfall-Versicherung abgesichert werden.

Zudem gibt es auch diverse Absicherungslösungen für Schäden durch mögliche Cyberrisiken wie Hacker- und Spionageangriffe. Neben einer Betriebs- und Produkthaftpflicht-Versicherung, die nicht nur zahlt, wenn ein Dritter durch Mitarbeiter oder Erzeugnisse geschädigt wurde, sondern auch unberechtigte Forderungen abwehrt, gibt es noch weitere Lösungen, die ein Unternehmen nicht nur vor finanziellen Schäden schützen.



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